Reisestrategien und Inspirationen

Business Class fliegen zum Economy-Preis: 5 Wege, die wirklich funktionieren

So fliegst du Business Class, ohne dafür ein Vermögen auszugeben

Frankfurt, früh am Morgen. Kein Anstellen am Check-in-Schalter, kein Warten in der Security-Schlange – einfach durch. In der Lounge dann ein Cappuccino, ein kleines Frühstück vom Buffet, gemütliche Sessel, und als Erste an Bord. Am Eingang fragte die Flugbegleiterin nach unseren Plätzen, nahm uns die Mäntel ab und begrüßte uns mit Namen, noch bevor wir saßen. Dann der Moment, der uns bis heute in Erinnerung ist: das Upper Deck des A380, viel mehr Platz, als wir aus der Holzklasse kannten, und der Sitz, der sich auf Knopfdruck in ein flaches Bett verwandelt. Kein echtes Bett, klar – aber tausendmal besser als ein gerader Economy-Sitz über zehn Stunden Atlantik.

Seitdem versuchen wir, wo immer es geht, ein Business-Class-Ticket zu ergattern – sei es zum Schnäppchenpreis oder mit Meilen und Punkten.

Micha in der Business Class von Cathay Pacific

Klingt nach einem Luxus für Vielflieger oder dicke Geldbeutel? Muss es nicht sein. Es gibt mehrere bewährte Wege, mit denen Business Class deutlich näher an den Preis eines guten Economy-Tickets rückt, als die meisten denken – manche mit Meilen und Punkten, manche ganz ohne. Wir zeigen dir hier fünf Varianten, unter denen du wählen kannst, und welche wann am besten zu dir passt.

Business Class ist nicht gleich Business Class: Was du bekommst – und was es kostet

Eine Sache vorab, die viele überrascht: Business Class ist nicht gleich Business Class. Auf europäischen Kurz- und Mittelstreckenflügen sitzt du fast überall im selben Sitz wie in der Economy – oft sogar ohne mehr Beinfreiheit.

Heston Airlines Annehmlichkeiten am Platz der Business Class Kurz- und Mittelstrecke

Der Unterschied liegt woanders: Der Mittelsitz bleibt frei, es gibt ein warmes Essen statt Plastiktablett, dazu Priority Check-in, Security-Fast-Lane, mehr Freigepäck und ein ruhiger Moment in der Lounge vor dem Boarding statt Gedränge am Gate. Schon allein dafür lohnt sich ein Blick auf den Aufpreis – der ist innerhalb Europas oft kleiner, als man denkt.

Richtig spannend wird es dagegen auf der Langstrecke – das ist noch mal eine ganz andere Nummer. Schon beim Einsteigen warten oft Decke und Kissen auf dem Sitz, dazu ein Amenity Kit mit kleinen Pflegeprodukten und meist ein Welcome Drink, noch bevor die Türen schließen.

Während des Flugs gibt es eine große Auswahl an Getränken – oft auch guter Wein, Champagner oder Spirituosen –, dazu ein mehrgängiges Menü auf echtem Porzellan mit richtigem Besteck, häufig sogar eine zweite Mahlzeit und zwischendurch Snacks nach Wunsch.

Der Sitz selbst lässt sich meist zum echten Bett ausklappen, oft mit einer extra Matratzenauflage, dazu ein deutlich größerer Bildschirm als in der Economy und genug Privatsphäre, um wirklich abzuschalten – oft mit 1-2-1-Bestuhlung statt enger Reihenbestuhlung.

Hier haben arabische und asiatische Airlines meist die Nase vorn, viele europäische Fluggesellschaften ziehen aber nach und nach mit – Lufthansa zum Beispiel rüstet mit der neuen Allegris-Kabine Stück für Stück mehr Maschinen aus.

Saudia Business Class Sitz auf der Langstrecke

Und was kostet das jetzt? Eine pauschale Zahl gibt es nicht, das wäre unehrlich. Aber als grobe Orientierung: Während ein regulär gebuchtes Ticket in der Business Class auf der Langstrecke schnell im mittleren vierstelligen Bereich liegt, sind mit den richtigen Wegen – Kaufticket-Tricks, Meilen oder Punkte – oft mehrere hundert bis mehrere tausend Euro Ersparnis drin, je nach Strecke, Airline und Reisezeitraum.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke lassen sich mit Kauftickets oft Schnäppchen weit unter 1.000 Euro finden. Aber auch auf der Langstrecke ist das möglich, wenn du Meilen oder Punkte einsetzt:

Bei der richtigen Airline liegt allein die Zuzahlung teils nur im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich – wir selbst haben erst kürzlich einen Hin- und Rückflug mit Singapore Airlines zwischen Frankfurt und New York für rund 150 Euro Zuzahlung gefunden (plus natürlich die eingesetzten Meilen).

Und mit etwas Glück findest du sogar auf der Langstrecke reine Kauftickets für nur knapp über 1.000 Euro – kaum mehr, als ein gut ausgestattetes Economy-Ticket mit Sitzplatzreservierung/Beinfreiheit und Gepäck kostet. Wie du solche Tickets findest, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Singapore Airlines Business Class Sitz auf der Langstrecke

5 Wege zur günstigen Business Class – die Übersicht

Du musst nicht alle fünf Wege gleichzeitig gehen. So funktionieren sie:

  • 1 Clever buchen statt sammeln – Tickets zum Schnäppchenpreis finden, ganz ohne Meilen oder Punkte. Der schnellste Einstieg.
  • 2 Payback – Punkte, die du ohnehin im Alltag sammelst, gezielt für Flugprämien nutzen.
  • 3 Miles & More – nicht nur das Programm der Lufthansa Group, sondern dein Zugang zu diversen Partner-Airlines weltweit, bei denen sich Business Class oft besonders lohnt.
  • 4 American Express Membership Rewards – flexible Punkte, die du zu vielen verschiedenen Airlines transferieren kannst.
  • 5 Lufthansa Partner Sales – ein Bonus-Tipp für besonders aufmerksame Schnäppchenjäger:innen.

Weg 1: Clever buchen statt sammeln

Der schnellste Weg in die Business Class braucht weder Meilenkonto noch Kreditkarten-Vorlauf: einfach ein gutes Ticket finden. Mit ein paar Kniffen lässt sich der Preis oft spürbar drücken.

Andere Abflughäfen testen. Ein Flug ab Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist nicht automatisch der günstigste. Für Ziele in Asien oder Afrika lohnt sich oft ein Blick auf Oslo, Stockholm oder Kopenhagen, für Nord- und Südamerika auf Lissabon oder Madrid. Amsterdam ist dabei meist der praktischste Kompromiss: nicht immer der allergünstigste Abflughafen, aber gut erreichbar und mit großer Angebotsbreite. Als zweite Welle lohnen sich Warschau, Prag, Budapest, Sofia oder das Baltikum (Vilnius, Tallinn, Riga) – dort lassen sich teils nochmal deutlich niedrigere Preise finden, allerdings nur sinnvoll, wenn der Unterschied groß genug ist, um einen Zubringerflug oder eine Übernachtung zu rechtfertigen. Und ganz nebenbei hast du dann direkt einen guten Grund, vorab noch eine Nacht in einer dieser Städte dranzuhängen – die Ersparnis bezahlt quasi den kleinen Extra-Trip mit.

Über ein Drehkreuz statt nonstop. Viele günstigere Langstreckenflüge führen nicht direkt ans Ziel, sondern über das Drehkreuz einer Airline – mit ein paar Stunden Aufenthalt zwischen den beiden Flügen. Für dich als Business-Class-Passagier ist das kein Stress: Die Wartezeit verbringst du bequem in einer Lounge, mit Essen, Ruhe und oft sogar einer Dusche und Ruhebereichen, bevor es weitergeht. Und genau diese Verbindungen über ein Drehkreuz sind in der Regel erheblich günstiger als Nonstop-Flüge. Bei Airlines wie Emirates, Qatar Airways, Turkish Airlines oder Singapore Airlines gibt es dafür sogar eigene Stopover-Programme: Du verlängerst den Zwischenstopp direkt im Buchungsprozess, oft für wenig Geld, und kannst aus einer Auswahl an Hotels zu guten Konditionen wählen – oft schon ab wenigen Euro pro Nacht. Den Transfer zum Hotel kannst du bei den meisten Programmen gleich mitbuchen oder dir ein Taxi / Uber nehmen, sodass aus dem reinen Umstieg eine kleine, unkomplizierte Zusatzreise wird.

Flexibel bei Datum und Reisedauer bleiben. Ein Tag früher oder später kann beim Hin- oder Rückflug schon einen großen Unterschied machen. Auch die Reisedauer lohnt sich zu variieren – manchmal ist ein Reise mit 15 statt 14 Tagen spürbar günstiger, einfach weil sich dadurch ein anderer Wochentag für Hin- oder Rückflug ergibt.

Die richtigen Tools nutzen. Google Flights ist dafür unser Lieblingstool: Stelle Business Class und Hin- und Rückflug ein, trage gleich mehrere Abflughäfen statt nur einem ein, und wirf dann einen Blick auf die Kalenderansicht – dort siehst du auf einen Blick, an welchem Tag der Preis am niedrigsten ist, oft mit Unterschieden von mehreren hundert Euro allein durch die Tageswahl. Über die Funktion „Erkunden" lässt du dich sogar inspirieren, wenn dein Ziel noch offen ist, und mit der Preisbeobachtung bekommst du automatisch Bescheid, sobald ein Preis fällt.

Für Flüge mit der Lufthansa Group lohnt sich zusätzlich die Lufthansa Bestpreissuche: Du wählst Abflughafen, Reiseklasse und Monat, und siehst direkt, welche Ziele gerade besonders günstig sind. Hast du dich für ein Ziel entschieden, zeigt dir die Jahresübersicht die Preise nach Monat – und sogar nach genauem Abreisetag. So lässt sich die Flexibilität von eben gezielt ausspielen.

Zur Lufthansa Bestpreissuche →

Auch an Alternativ-Airlines denken. Condor zum Beispiel hat ein eigenes, durchaus überzeugendes Business-Class-Produkt – im Vergleich zur alten Lufthansa-Kabine sogar oft das bessere. Drumherum ist es zwar klar erkennbar als Ferienflieger, aber gerade in der Business Class machen sie regelmäßig attraktive Sonderangebote.

Zu den Condor-Schnäppchen →
Bonus-Tipp

Noch ein Tipp für die Kurzstrecke- und Mittelstrecke: Blind Booking. Bei Lufthansa Surprise und Austrian Surprise buchst du kein festes Ziel, sondern ein Reisethema – zum Beispiel Städtereise, Kunst & Kultur oder auch Sonne. Du bekommst eine Auswahl möglicher Ziele angezeigt und kannst einzelne Städte gegen Aufpreis ausschließen. Je flexibler du bist, desto günstiger wird's – und bei beiden Airlines lässt sich das sogar mit der Business Class kombinieren. Eurowings bietet mit Blind Booking zwar etwas Ähnliches, allerdings ohne Business-Class-Option.

Und der wichtigste Tipp zum Schluss: Vergleiche nicht nur den nackten Ticketpreis, sondern die Gesamtrechnung – inklusive Gepäck, Sitzplatzwahl, Loungezugang und Umbuchungsbedingungen, die bei günstigen Tarifen gerne mal fehlen. Sonst vergleichst du am Ende Äpfel mit Birnen.

Schnäppchen-Highlight

Unser letztes persönliches Business Class-Schnäppchenhighlight: Mit Saudia sind wir für knapp 1.300 Euro pro Person hin und zurück von Frankfurt über Jeddah nach Johannesburg in Südafrika geflogen – mit zwei unterschiedlichen Kabinen unterwegs, kompakter auf der ersten Teilstrecke, moderner mit 1-2-1-Bestuhlung ab Jeddah. Business Class, gutes Bordprodukt, nur eben ohne Alkohol an Bord.

Saudia Business Class Kabine auf der Mittelstrecke

Genau solche Kombinationen aus Airline, Route und Zeitpunkt machen den Unterschied.

Mehr zu Abflughäfen, Stopover-Tricks und den passenden Tools findest du in unserem ausführlichen Guide zu günstigen Business-Class-Tickets.

Weg 2: Payback – der Umweg, den fast jeder schon in der Tasche hat

Payback ist mit über 30 Millionen Mitgliedern eines der beliebtesten Kundenbindungsprogramme in Deutschland – die Chancen stehen gut, dass du selbst schon eine Karte besitzt. Punkte sammelst du dabei ganz nebenbei: in unzähligen stationären Geschäften, online und zusätzlich verstärkt durch Coupons, die deine Punkte bei bestimmten Einkäufen vervielfachen oder auch mit punktestarken Zeitungsabos. Mit der kostenlosen Payback American Express Kreditkarte sammelst du sogar bei jedem Umsatz zusätzlich mit – nicht nur bei den Payback-Partnergeschäften.

PAYBACK American Express Karte – Kostenlos und 1.000 Punkte Willkommensbonus!

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Keine Jahresgebühr!
  • Willkommensbonus-Aktion: 1.000 Payback-Punkte

  • Punkte: 1 Punkt pro 3 Euro Umsatz

  • Punktegültigkeit: unbegrenzt

  • Vorteile: Kostenlos, mit jeden Umsatz Punkte sammeln, Gutschriften durch AMEX Offers,  90 Tage Einkaufsschutz

  • Nachteile: Kosten für Bargeldabhebungen und Fremdwährungsgebühren, keine Versicherungen

  • Kosten: Dauerhaft ohne Jahresgebühr

Gut zu wissen: Mit Payback-Punkten kannst du zwar nicht direkt einen Flug buchen. Du kannst sie aber als Zubringer zu deinem Miles & More-Konto nutzen, wo sie sich dann für Prämienflüge einsetzen lassen. Der Transfer erfolgt im Verhältnis 1:1 – und hier lohnt sich etwas Geduld: Statt automatisch über ein Abo zu transferieren, wartest du am besten auf einen der beiden Transfertermine, die es in der Regel zweimal im Jahr gibt (zuletzt meist im Januar sowie im Juni oder Juli). Dann lassen sich die Punkte oft mit einem Bonus von teilweise 20–30 % zu Miles & More übertragen. Jedoch solltest du Punkte nur transferieren, wenn du eine konkrete Einlösung vor Augen und entsprechende Verfügbarkeiten überprüft hast.

Mehr zum cleveren Sammeln und Einlösen findest du in unserem ausführlichen Payback-Guide.

Weg 3: Miles & More strategisch nutzen

Ein einzelner Flug bringt dir selten genug Meilen für den nächsten – gesammelt wird eher am Boden als in der Luft. Realistisch brauchst du für einen einzelnen Flug (nicht Hin- und Rückflug!) auf der Kurz- und Mittelstrecke in der Business Class meist zwischen 20.000 und 50.000 Meilen, auf der Langstrecke eher 40.000 bis 100.000 Meilen – je nach Fluggesellschaft, Flugdauer und Tarif. Dazu kommt die Zuzahlung (Steuern und Gebühren): Diese kann bei manchen Airlines bei gerade einmal 5 Euro liegen, bei anderen aber auch 900 Euro und mehr erreichen.

Business Class mit Meilen: Auf einen Blick

Kurz-/Mittelstrecke

20.000–50.000

Meilen pro Flug, einfache Strecke

Langstrecke

40.000–100.000

Meilen pro Flug, einfache Strecke

Zuzahlung

5–900 €

stark airlineabhängig

Bei guten Partnern

Baranteil < Economy

aber Meilenwert mitdenken

Alle Angaben sind aktuelle Richtwerte und können je nach Airline, Route und Saison variieren.

Ab einem gewissen Punkt solltest du dich daher fragen, ob sich der Flug so überhaupt noch lohnt oder du die Meilen lieber für eine andere Flugprämie nutzt. Denn grundsätzlich gibt es natürlich im Miles & More-Universum immer noch sehr gute Einlösemöglichkeiten bei denen du je nach Airline tatsächlich Flüge abstauben kannst, bei denen der Baranteil – also die reinen Steuern und Gebühren – sogar weit unter dem Preis eines Economy-Tickets liegen kann! Klar, für die Meilen selbst hast du oft kein Geld ausgegeben – trotzdem haben sie natürlich ihren eigenen Wert, den man beim Rechnen im Hinterkopf behalten sollte.

Auf jeden Fall lohnt sich cleveres statt zufälliges Sammeln: Miles and Moren-Aktionen mit Mehrfachmeilen gezielt mitnehmen, mit der richtigen Kreditkarte jeden Alltagseinkauf mitsammeln (meist 1 Meile pro 2 Euro Umsatz) – statt mit der Girokarte zu zahlen, mit der es schlicht keinen Vorteil gibt.

Eurowings Kreditkarte Premium – Aktion mit 3.000 Meilen Bonus und mehr!

Eurowings Kreditkarte Premium
Halbe Jahresgebühr im 1. Jahr!
  • Willkommensbonusaktion: 3.000 Meilen 

  • Meilen: 1 Meile pro 2 Euro Umsatz

  • Meilengültigkeit: 36 Monate

  • Vorteile: Wichtige Reiseversicherungen (Reiserücktritt – und Reiseabbruchversicherung, Auslands­krankenschutz, Mietwagen-Vollkasko), kostenlose Bargeldabhebungen (im Ausland), keine Fremdwährungsgebühren, verzögertes Zahlungsziel von bis zu 59 Tagen, Priority Check-in, Security-Fastlane-Nutzung an mehr als 20 Flughäfen, kostenlose Sitzplatzreservierung (EW), mit jedem Umsatz bei Miles & More Meilen sammeln

  • Nachteile: Hohe Gebühren beim Bargeldabheben in Deutschland. Hohe Zinsen nach dem Zahlungsziel von 59 Tagen. Keine Reiserücktrittversicherung

  • Kosten: Halbe Jahresgebühr im ersten Jahr, danach  99 Euro

Wir empfehlen dir, den Zeitpunkt für eine neue Kreditkarte clever zu wählen und einen Zeitraum mit erhöhtem Willkommensbonus zu wählen. Auch Zeitungs- und Zeitschriftenabos können dabei ein schneller Hebel sein.

Sollten dir nur noch wenige Meilen für deine Prämienflug fehlen, könnten auch die Bundle-Angebote von Miles & More weiterhelfen. Bei den Miles & More Bundle&Go kannst du nämlich indirekt Meilen kaufen und das mit einem Bonus von bis zu 50-60 Prozent. Wichtig ist nur, den effektiven Preis pro Meile genau zu prüfen, bevor du ein Zeitungsabo abschließt oder ein Bundle kaufst, statt blind zuzugreifen.

Miles & More ist dabei mehr als nur das Programm der Lufthansa Group – insgesamt arbeiten rund 35 Airlines mit dem Programm zusammen, von den Lufthansa-Group-eigenen Airlines über alle Star-Alliance-Mitglieder bis zu unabhängigen Partnern wie LOT oder Ethiopian Airlines. Die interessantesten Einlösungen ergeben sich oft gerade bei diesen Partnern Denn für die meisten von ihnen gilt eine feste Meilentabelle, die gut planbar ist. Bei Lufthansa, SWISS, Austrian, Discover, Air Dolomiti und Lufthansa City wird der Meilenpreis dagegen dynamisch berechnet – abhängig von Strecke, Tarif und Nachfrage.

Mythos

Wenige Meilen für den Flug heißt automatisch ein günstiges Schnäppchen.

Fakt

Manchmal ist die Meilenzahl klein, die Zuzahlung dafür hoch. Rechne immer beides zusammen.

Rechne deshalb immer beides zusammen – Meilen und Zuzahlung.

Praktischer Tipp, der oft übersehen wird: Auch bei Meilenflügen lohnt sich ein Blick auf alternative europäische Abflughäfen, nicht nur bei Kauftickets – im dynamischen System kann das den Meilenpreis spürbar senken, teils bis zu 50 %!

Ein Klassiker unter Kennern: Stopover, Gabelflüge bzw. Oneway-Flüge aneinander reihen, mit denen sich aus einem Hin- und Rückflug eine kleine Rundreise bauen lässt. Bei den Partnerairlines mit fester Meilentabelle funktioniert das nach wie vor gut – allerdings meist nur über die Miles & More-Hotline, nicht über die normale Online-Suche. Bei Lufthansa, SWISS & Co. selbst ist das durch das dynamische System komplizierter geworden. Unser Fazit:

Der Bonus existiert noch – er ist aber nichts für die schnelle Standardsuche zwischendurch.

Wichtig zu wissen: Die Verfügbarkeitssuche ist oft die größte Hürde. Die Miles & More-eigene Suche zeigt dir meist vor allem Lufthansa-Group-Flüge an – und die haben oft sehr hohe Zuzahlungen, vor allem in die USA. Gerade in der Business Class sind Plätze zudem nicht immer verfügbar, weshalb sich Flexibilität bei Datum und Abflughafen doppelt auszahlt. Einen guten Überblick über die grundsätzliche Verfügbarkeit bei den Partnerairlines bekommst du oft über Aeroplan, das Vielfliegerprogramm von Air Canada – buchen musst du trotzdem bei Miles & More. Findest du dort einen Flug, der in der Miles & More-Suche nicht auftaucht, hilft oft nur die Miles & More-Hotline: Flugnummer und Datum nennen und nachfragen, eventuell auch ein paar Tage früher oder später. Und ein realistischer Dämpfer zum Schluss: Zur Hauptsaison und für ganze Familien wird es bei beliebten Zielen mit Business-Class-Plätzen grundsätzlich eng.

Mehr zu Partnerairlines, Sweet Spots, Stopover-Strategie im Detail und viele Tipps liest du in unserem ausführlichen Miles & More-Guide.

Weg 4: American Express Membership Rewards

Membership Rewards ist das Bonusprogramm von American Express: Mit jeder Kartenzahlung sammelst du Punkte – meist im Verhältnis 1 Punkt pro 1 Euro Umsatz. Mit dem kostenpflichtigen Membership Rewards Turbo (15 Euro im Jahr) lässt sich die Rate sogar auf 1,5 Punkte pro Euro steigern. Der große Vorteil: Diese Punkte sind erst einmal an nichts gebunden. Anders als bei Miles & More, wo deine Meilen direkt auf deinem Konto landen, transferierst du Amex-Punkte erst im Moment der Buchung zu der Airline, die gerade am besten passt. Das macht dich deutlich flexibler – du bist nicht auf ein Programm festgelegt, sondern wählst situativ.

Die stärksten Partner für Business Class: Flying Blue (Air France/KLM) gilt mit einem Transferverhältnis von 5:4 als einer der besten Allrounder, mit regelmäßigen Promo-Aktionen. Genauso stark ist die Avios-Welt rund um British Airways und Iberia – beide ebenfalls im Verhältnis 5:4.

American Express Punktetransfer: Auswahl von Transferpartnern

Screenshot Auszug aus American Express Punktetransfer

Qatar Airways mit der begehrten Qsuite an Bord vieler Maschinen transferiert dagegen nur im Verhältnis 3:2, weshalb sich oft der Umweg über British Airways oder Iberia lohnt, da sich Avios zwischen diesen Programmen kostenlos verschieben lassen. Daneben gibt es noch weitere Partner wie Cathay Pacific, Delta SkyMiles oder Emirates Skywards – für den Einstieg aber eher zweite Wahl, sei es wegen komplexerer Buchungslogik oder schwächerer Konditionen.

Wie vielseitig die guten Einlösungen sein können, zeigen drei Beispiele – die genauen Punktewerte können sich dabei jederzeit ändern, das Prinzip bleibt aber gleich: Mit Iberia Club lässt sich ab Madrid eine Business-Class-Reise in die USA mit überschaubarer Punktezahl und niedriger Zuzahlung buchen. Über die Avios-Welt erreichst du außerdem Qatar Airways – damit ist sogar ein Flug von Frankfurt nach Doha mit etwas Glück in der Qsuite für aktuell 43.000 Avios drin. Und mit Singapore Airlines KrisFlyer profitierst du davon, dass auf Prämienflügen meist keine Treibstoffzuschläge anfallen, dazu gibt es mit den „Spontaneous Escapes“ regelmäßig Rabattaktionen. Ein kleiner „Geheimtipp“, den viele übersehen: SAS EuroBonus eignet sich über Amex (Verhältnis 5:4) überraschend gut für Nordamerika, wenn du bereit bist, über Kopenhagen, Stockholm oder Oslo zu fliegen – mit festen, gut planbaren Punktepreisen statt eines dynamischen Systems.

Wichtig zu wissen:

Sobald du deine Punkte transferiert hast, landen sie im eigenen Vielfliegerprogramm der jeweiligen Airline – und genau dort hast du auch die besten Chancen, an Verfügbarkeiten zu kommen.

Voraussetzung für all das ist eine American-Express-Karte – ohne sie sammelst du keine Membership-Rewards-Punkte. Gerade hier lohnt sich der clevere Blick auf den Willkommensbonus: Der fällt bei Amex oft besonders üppig aus und kann dir auf einen Schlag einen großen Teil der Punkte für deinen ersten Business-Class-Flug bescheren.

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  • Punkte: 1 Punkt pro 1 Euro Umsatz

  • Punktegültigkeit: Unbegrenzt (solange ihr ein Membership Rewards® Konto habt)

  • Vorteile: Mit jedem Umsatz wertvolle Punkte sammeln, wichtige Reiseversicherungen (u. a. Reiserücktritt, Flug- und Gepäckverspätung, Gepäckverspätung, Auslandskrankenschutz), 15 € monatliches SIXT+ Auto Abo Guthaben, 50 € jährliches SIXT Rent Mietwagenguthaben, 5 € monatliches FREENOW Taxiguthaben, 20 % Roaming-Gutschrift auf alle Daten-Pakete von eSIMfirst, GHA DISCOVERY – Gold Status-Hotelvorteile, 80 € jährliches LODENFREY Shoppingguthaben, Schlüsselversicherung, 90 Tage Schutz für deine Einkäufe, verlängertes Rückgaberecht, Verkehrsmittel-Unfallversicherung, KFZ-Schutzbrief, Mietwagen-Status, Zugang zur Hotel Collection mit Upgrades in ausgewählten Hotels, Gutschriften durch AMEX Offers, 1 Gold-Zusatzkarte kostenlos, Online-Reiseservice.

  • Nachteile: Kosten für Bargeldabhebungen und Fremdwährungsgebühren

  • Kosten: 20 Euro monatlich / 240 Euro Jahresgebühr

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  • Nachteile: Kosten für Bargeldabhebungen und Fremdwährungsgebühren

  • Kosten: 60 Euro monatlich

Platinum – unsere Wahl

Wir selbst nutzen die Platinum und sind nach wie vor überzeugt – nicht nur wegen des Willkommensbonus, sondern auch wegen der Extras drumherum, die sich jedes Jahr für uns lohnen.

Gold – Budget-Tipp

Wer mit weniger Jahresgebühr einsteigen möchte, für den ist die Gold oft die bessere Wahl – bei guten Aktionen gibt es dort sogar überproportional hohe Willkommensboni im Vergleich zur Platinum.

Genau wie bei den anderen Wegen gilt auch hier: Erst die Verfügbarkeit beim Wunschpartner prüfen, dann transferieren – der Transfer lässt sich nicht rückgängig machen. Und falls dir noch Punkte bei Miles & More fehlen, gibt es hier wie erwähnt den Umweg über Payback (3:1), das ebenfalls Membership-Rewards-Partner ist.

Mehr zu den einzelnen Transferpartnern, Sweet Spots, Vorteilen und worauf du bei Amex besser verzichtest, liest du in unserem ausführlichen Guide zu American Express Membership Rewards.

Weg 5: Lufthansa Partner Sales (Bonus-Tipp)

Bei den sogenannten Partner- oder Companion-Sales der Lufthansa Group handelt es sich in der Regel nicht um einen geheimen Rabattcode, sondern um zeitlich begrenzte Sondertarife für zwei gemeinsam reisende Personen. Wichtig dabei: immer direkt für zwei Reisende suchen, den richtigen Abflughafen und Reisezeitraum testen und die Angebotsbedingungen genau prüfen – oft fehlen bei diesen Tarifen einzelne Extras wie Sitzplatzreservierung oder Loungezugang.

Zur Lufthansa Group-Suche →

Manchmal erscheinen die reduzierten Preise direkt in der normalen Flugsuche, manchmal sind sie an einen zeitlich begrenzten Aktionscode gebunden, der über Newsletter oder Deal-Portale bekannt wird. Eine feste Strategie lässt sich daraus nicht bauen – aber es lohnt sich, ab und zu ein Auge darauf zu haben, gerade wenn du ohnehin gerade zu zweit eine Reise planst.

Und was ist mit der passenden Kreditkarte?

Welcher Weg auch immer am besten zu dir passt – fast überall spielt die richtige Kreditkarte eine Rolle, ob beim Sammeln von Meilen, Punkten oder schlicht beim bargeldlosen Bezahlen auf Reisen.

Finde in unserem Kreditkarten-Vergleich die Karte, die zu deiner Strategie und deinen Reisen passt:

Zum Kreditkartenvergleich und den besten Reisekreditkarten →

Fazit: Welcher Weg passt zu dir?

Realistisch heißt das: Wenn du heute bei null anfängst, hast du nicht morgen genug Punkte oder Meilen für zwei Business Class-Langstrecken-Plätze hin und zurück. Es braucht etwas Strategie – und genau die richtige Kombination aus den fünf Wegen, die du gerade kennengelernt hast, abgestimmt auf dein Reiseverhalten.

Auch wenn du nur einmal im Jahr eine Langstrecke fliegst, lohnt sich der Blick auf diese fünf Wege – du brauchst dafür kein Vielflieger-Leben. Bist du gerade erst am Anfang oder reist eher selten? Dann starte mit Weg 1 (Kauftickets) und Weg 2 (Payback) – beide brauchen keinen Vorlauf und bringen dich am schnellsten ins Ziel. Sammelst du schon länger und reist regelmäßig? Dann lohnt sich der genauere Blick auf Miles & More, gerade bei den Partnerairlines abseits der Lufthansa Group. Und wenn du Wert auf Flexibilität legst und nicht auf ein einzelnes Programm festgelegt sein willst, ist American Express Membership Rewards dein bester Begleiter – sammeln, abwarten, dann gezielt zum passenden Partner transferieren und von den Vorteilen der jeweiligen Kreditkarte profitieren.

Was sich für uns immer wieder bestätigt:

Nicht ein einzelner geheimer Trick zählt, sondern die Kombination – ein cleveres Kaufticket hier, ein Schwung gesammelte Meilen oder Punkte da.

Damit wird Business Class zwar nicht automatisch zur Selbstverständlichkeit, aber zu einer realistischen Möglichkeit, die du dir mit etwas Planung immer wieder gönnen kannst.

Denn ganz ehrlich: Wir lieben es einfach. Dieses Gefühl, wenn sich der Sitz zum Bett umklappen lässt, das Glas Sekt oder ein Mocktail noch vor dem Start, die Vorfreude schon beim Betreten der Lounge. Genau deshalb halten wir die Augen offen – nach dem nächsten Schnäppchen, der nächsten Bonusaktion, dem nächsten Sweet Spot –  und sammeln kräftig Punkte und Meilen. Wir wünschen dir, dass du dieses Gefühl schon bald genauso erlebst wie wir.

Premium Economy-Passagiere kommen auf der Strecke nach Las Vegas in den Genuss, den Sitz in ein flaches Bett zu verwandeln!

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