So holst du das Maximum aus deinem Miles & More-Konto heraus – auch ohne Vielflieger-Status
Ich erinnere mich noch gut, wie ich Micha vor seinem Einkauf eingeschärft habe: Denk an die Paybackkarte, die Mehrfach-Coupons und nimm die richtige Kreditkarte. Was er mir danach erzählt hat: Als hinter ihm schon eine Schlange stand und er trotzdem noch kurz die richtigen Coupons rausgesucht hat – nicht wirklich sein Lieblingsmoment.
Er hat das nie in Frage gestellt – er hat mir da einfach vertraut. Aber ein bisschen abstrakt war das Ganze schon: Man sammelt auf irgendetwas hin, das man sich noch nicht vorstellen kann, weil man es noch nie erlebt hat.
Das änderte sich auf dem Business Class-Flug nach San Francisco. Die Flugbegleiterin begrüßte uns mit Namen, noch bevor wir richtig saßen. Der Sitz, der sich in ein flaches Bett verwandeln ließ. Ein mehrgängiges Menü, schön angerichtet auf echtem Porzellan serviert – kein Plastiktablett mit Alufolie, das man selbst aufdeckt, sondern Gang für Gang, aus einer richtigen Auswahl. Der große Bildschirm, viel Platz, jederzeit etwas zu trinken oder ein kleiner Snack – und ein persönlicher Service, den man aus der Economy schlicht nicht kennt. Für Micha war das der Moment, in dem das Ganze plötzlich sehr konkret wurde.
Seitdem ist er derjenige, der beim Einkaufen zuerst die Coupons aktiviert. Der genau schaut, welche Karte wo am besten funktioniert: Am liebsten die Amex – aber wenn die mal nicht akzeptiert wird, kommt sofort die Eurowings Premium als Visa zum Einsatz. Und er ist wirklich begeistert, wenn er wieder mal einen ordentlichen Batzen Punkte auf einen Schlag gesammelt hat.
Was sich verändert hat? Das Bild im Kopf – wofür es sich lohnt. Und genau das möchten wir dir in diesem Artikel zeigen: wie Miles & More funktioniert, wie du clever Meilen sammelst und wo die besten Einlösungen stecken – und wo du aufpassen solltest.
Was ist Miles & More?
Miles & More ist Europas größtes Vielfliegerprogramm und zählt rund 39 Millionen Mitglieder weltweit. Meilen lassen sich nicht nur bei mehr als 35 Airline-Partnern sammeln und einlösen (zum Beispiel Lufthansa, Disccover, Eurowings, Swiss, Austrian, Singapore Airlines, Thai Airways, Turkish Airlines, Air Canada, United und viele mehr) , sondern auch über zahlreiche Reise-, Hotel-, Mietwagen-, Kreditkarten- und Alltagspartner.
Das Grundprinzip ist einfach: Du sammelst Meilen, und wenn du genug zusammen hast, löst du sie für Prämienflüge, Upgrades oder andere Prämien ein. Klingt simpel – ist es im Kern auch.
Was viele überrascht: Du musst kein Vielflieger sein, um bei Miles & More wirklich etwas rauszuholen. Wer die richtigen Kreditkarten einsetzt, Payback-Punkte überträgt und Aktionen im Blick behält, sammelt heute am Boden oft mehr Meilen als andere in der Luft – ganz unabhängig davon, wie oft man überhaupt fliegt. Theoretisch kannst du jahrelang am Boden sammeln und dir dann irgendwann einen Business-Class-Flug gönnen, für den du sonst vielleicht nie das Budget gehabt hättest.
Ein paar Dinge solltest du aber von Anfang an wissen, damit du nicht Meilen sammelst, die du am Ende nicht optimal nutzen kannst – auch darum geht es in diesem Artikel.
Was sind Prämienmeilen – und wie viel sind sie wert?
Bei Miles & More gibt es zwei grundlegend verschiedene „Währungen“, die oft durcheinandergebracht werden: Prämienmeilen und Statuspunkte.
Prämienmeilen sind deine Einlösewährung – für Prämienflüge, Upgrades, Mietwagen oder Prämien im Miles & More World Shop. Je mehr du sammelst, desto mehr kannst du damit anfangen. Um was es in diesem Artikel vor allem geht.
Statuspunkte (Points, Qualifying Points, HON Circle Points) sind dagegen für den Vielflieger-Status relevant – also ob du Frequent Traveller, Senator oder HON Circle Member wirst. Mehr dazu weiter unten im Artikel.
Was ist eine Meile wert? Das hängt stark davon ab, wie du sie einlöst. Als grobe Orientierung: Bei einer durchschnittlichen Einlösung für Economy-Tickets liegt der Gegenwert oft bei etwa 1 Cent pro Meile. Bei Prämienflügen mit Partnerairlines mit niedrigen Zuzahlungen kann er deutlich höher liegen – manchmal 3 bis 4 Cent oder mehr. Im Miles & More World Shop dagegen ist der Gegenwert meist deutlich schlechter. Die Faustregel: Prämienflüge, speziell in der Business oder First Class bringen in der Regel den besten Gegenwert, Sachprämien den schlechtesten.
Wichtig dabei: Der tatsächliche Wert hängt immer von Strecke, Airline, Tarif und vor allem der Zuzahlung ab – dazu mehr im Einlösungs-Kapitel.
So sammelst du heute wirklich effektiv
Die wichtigste Erkenntnis vorab: Meilen sammelt man heute vor allem am Boden – nicht in der Luft. Wer nur gelegentlich fliegt und auf günstige Economy-Tickets setzt, wird mit Flügen allein kaum nennenswerte Meilenmengen aufbauen. Die spannenden Sammelquellen liegen woanders.
Beim Fliegen mit Lufthansa Group-Airlines (Lufthansa, SWISS, Austrian, Discover, Air Dolomiti, Lufthansa City Airlines) werden Prämienmeilen heute umsatzbasiert berechnet – also nach dem Ticketpreis, nicht mehr nach der geflogenen Distanz. Das bedeutet: Ein günstiges Economy-Ticket bringt deutlich weniger Meilen als früher. Wer in der Business Class fliegt oder teurere Tarife bucht, sammelt entsprechend mehr. Bei Partnerairlines wie Singapore Airlines, LOT oder Ethiopian Airlines gelten dagegen weiterhin streckenbasierte Meilengutschriften – dort kann sich das Fliegen meilentechnisch noch deutlich mehr lohnen.
Payback ist für viele die einfachste und effektivste Sammelquelle im Alltag – einfach weil fast jeder ohnehin eine Karte hat. Punkte lassen sich im Verhältnis 1:1 zu Miles & More transferieren, ab einem Minimum von 200 Payback-Punkten.
Unser Tipp
Nicht automatisch übertragen. Das automatische Abo gibt es zwar zweimal jährlich, aber wir empfehlen es nicht – wer automatisch transferiert, verpasst möglicherweise die Transferbonusphasen, in denen es regelmäßig 20–25 % Extra-Meilen gibt. Diese finden meist im Januar und im Juni oder Juli statt. Besser: Punkte flexibel sammeln und nur dann manuell übertragen, wenn du eine konkrete Einlösung im Blick hast und die Verfügbarkeit bereits geprüft wurde.
Es gibt regelmäßig Transferbonus-Aktionen, mit denen sich deine Payback-Punkte deutlich weiter strecken. Wie hoch der Bonus gerade ist und ob sich der Transfer für dich lohnt, zeigen wir dir im Detail.
Zum Transferbonus-GuideViele Tipps zu Payback, clever sammeln und einlösen findest du hier:
Meilen satt mit der richtigen Kreditkarte
Mit der richtigen Kreditkarte sammelst du bei jedem Einkauf automatisch Meilen – ohne extra Aufwand. Alle Miles & More-Kreditkarten sammeln im selben Verhältnis: 1 Meile pro 2 Euro Umsatz. Der Unterschied liegt woanders: bei Jahresgebühr, Meilenschutz und Reisevorteilen.
| Miles & More Blue | Miles & More Gold | Miles & More MyFlex | Eurowings Premium | |
|---|---|---|---|---|
| Jahresgebühr | 66 € | 138 € | 0 € | 99 € (1. Jahr 49,50 €) |
| Meilenschutz | ✅ unbegrenzt | ✅ unbegrenzt | ❌ | ❌ (36 Monate) |
| Fremdwährung | 1,95 % Gebühr | 1,95 % Gebühr | 1,95 % Gebühr | 0 € weltweit |
| Bargeld Ausland | kostenpflichtig | 2x/Jahr kostenlos | kostenpflichtig | kostenlos |
| Versicherungen | ❌ | ✅ Kranken, Rücktritt, Mietwagen | ❌ | ✅ Kranken, Rücktritt, Mietwagen |
| Willkommensbonus | 500 Meilen, je nach Aktion | 4.000 Meilen, je nach Aktion | 500 Meilen, je nach Aktion | 3.000 Meilen, je nach Aktion |
Die Willkommensboni schwanken je nach Aktionszeitraum – gerade bei der Gold und der Eurowings Premium lohnt es sich, auf einen guten Zeitpunkt zu warten, weil die Boni teils deutlich über dem hier genannten Standard liegen.
Eine kurze persönliche Einordnung: Wir hatten lange zusätzlich die Miles & More Gold – vor allem wegen des Meilenschutzes. Irgendwann haben wir sie aber gekündigt, weil wir unsere Meilen ohnehin innerhalb von 36 Monaten einlösen und die Eurowings Premium für uns im Reisealltag einfach mehr leistet: keine Fremdwährungsgebühren, kostenlose Bargeldabhebungen weltweit, gutes Versicherungspaket – und wenn wir mal mit Eurowings fliegen, nehmen wir die dortigen Vorteile natürlich gerne mit: Fastlane, kostenlose Sitzplatzreservierung, Priority Check-in. Unsere Amex Platinum ist zwar immer die erste Wahl – aber wenn diese mal nicht akzeptiert wird oder außerhalb der EU, kommt sofort die Eurowings Premium als Visa zum Einsatz.
Eurowings Kreditkarte Premium – Aktion mit 3.000 Meilen Bonus und mehr!
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Willkommensbonusaktion: 3.000 Meilen (plus 1. Jahr zum 1/2 Preis: 49,50 Euro)
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Meilen: 1 Meile pro 2 Euro Umsatz
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Meilengültigkeit: 36 Monate
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Vorteile: Wichtige Reiseversicherungen (Reiserücktritt – und Reiseabbruchversicherung, Auslandskrankenschutz, Mietwagen-Vollkasko), kostenlose Bargeldabhebungen (im Ausland), keine Fremdwährungsgebühren, verzögertes Zahlungsziel von bis zu 59 Tagen, Priority Check-in, Security-Fastlane-Nutzung an mehr als 20 Flughäfen, kostenlose Sitzplatzreservierung (EW), mit jedem Umsatz bei Miles & More Meilen sammeln
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Nachteile: Hohe Gebühren beim Bargeldabheben in Deutschland. Hohe Zinsen nach dem Zahlungsziel von 59 Tagen. Keine Reiserücktrittversicherung
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Kosten: Halbe Jahresgebühr im ersten Jahr, danach 99 Euro
Wer dagegen ein größeres Miles & More-Konto aufbaut und die Meilen langfristig sichern möchte, sollte die Blue oder Gold im Blick behalten. Der entscheidende Vorteil beider Karten: Sie schützen deine Meilen unbegrenzt vor dem Verfall – das kann bei größeren Meilenguthaben wichtiger sein als jeder Reisevorteil.
Ein Wort zur MyFlex: Kostenlos klingt erst einmal attraktiv. Aber kein Meilenschutz und ein erhebliches Teilzahlungsrisiko machen sie zur Karte mit dem meisten Kleingedruckten – wer nicht konsequent jeden Monat vollständig ausgleicht, zahlt schnell Zinsen, die den Meilenvorteil sofort auffressen.
Zeitungs- und Zeitschriftenabos können ein schneller Weg sein, auf einen Schlag viele Meilen zu bekommen – Miles & More führt das offiziell als Sammelmöglichkeit. Je nach Aktion sind die Mengen so hoch, dass der effektive Preis pro Meile sehr attraktiv sein kann.
Aber: Nicht blind abschließen. Prüfe vorher, wie viele Meilen wirklich gutgeschrieben werden und wann, welche Kündigungsfrist gilt und ob es Neukundenbedingungen gibt. Und das Wichtigste: erst eine konkrete Einlösung und deren Verfügbarkeit prüfen, dann das Abo abschließen – nicht umgekehrt.
Bundle&Go ist ein ähnliches Werkzeug, aber für einen anderen Moment: Wenn du eine konkrete Buchung vor Augen hast und nur noch eine überschaubare Meilenmenge fehlt, kannst du über Bundle&Go Meilen indirekt kaufen – mit einem Bonus von je nach Aktion bis zu 50–60 %. Als Vorratskauf ohne konkretes Ziel macht es dagegen wenig Sinn.
Hotel- und Mietwagenpartner können interessant sein – aber nicht immer. Wichtig zu wissen: Wer ein Hotel direkt über Miles & More bucht, verzichtet in der Regel auf die Punkte des hoteleigenen Treueprogramms. Ob sich das lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Bei Mietwagen ist es ähnlich.
Finanz- und Versicherungsprodukte können dagegen vier- oder sogar fünfstellige Meilenboni bringen. Hier gilt aber besonders: Nur abschließen, wenn das Produkt auch unabhängig von den Meilen wirklich passt.
Wer zu zweit oder mit der Familie sammelt, hat noch eine weitere Möglichkeit: das Meilenpooling. Bis zu zwei Erwachsene und fünf Kinder (zwischen 2 und 17 Jahren) können ihre Prämienmeilen in einem gemeinsamen Topf zusammenlegen – kein Verwandtschaftsverhältnis nötig, also auch für Paare oder Freunde geeignet. Wir selbst nutzen es und finden es die einfachste Art, als Paar schneller auf eine einlösbare Menge zu kommen. Beide Erwachsenen haben gleichberechtigten Zugriff und können gemeinsam einlösen.
Besonders praktisch für gemeinsame Reisebuchungen: Es spielt keine Rolle, wer von beiden mehr oder weniger Meilen gesammelt hat – für die Einlösung zählt allein die Gesamtzahl im Pool. Wichtig: Der Meilenschutz über eine Kreditkarte gilt nur für die eigenen Meilen des jeweiligen Karteninhabers – nicht automatisch für alle Pool-Mitglieder.
Viele der oben genannten Sammelquellen – Zeitungsabos, Shoppingaktionen, Gutscheinkäufe, Partnerpromos, Challenges – laufen zeitlich begrenzt und wechseln regelmäßig. Den besten Überblick über alle aktuellen Angebote bekommst du direkt auf der offiziellen Aktionsseite von Miles & More. Auch in der Miles & More App gibt es personalisierte Aktionen – und wer die App zum ersten Mal öffnet, bekommt direkt 500 Meilen gutgeschrieben. Es lohnt sich, regelmäßig reinzuschauen – gerade vor einem geplanten Einkauf oder einer größeren Ausgabe.
Die Regel dabei ist immer dieselbe: Nur nutzen, wenn der Einkauf ohnehin geplant war oder du eine konkrete Einlösung ansteuerst. Nicht kaufen, nur um Meilen zu bekommen.
Tipp
Wer keine Aktion verpassen möchte, meldet sich am besten auch für den Miles & More Newsletter an – er ist vor allem als Infoquelle für aktuelle Angebote, Transferbonusphasen und Aktionen wertvoll.
Das dynamische System: Was du bei der Einlösung wissen musst
Wer schon länger mit Miles & More vertraut ist, wird bemerkt haben, dass sich einiges verändert hat. Und wenn du neu einsteigst, solltest du von Anfang an wissen: Nicht alle Prämienflüge funktionieren gleich.
Lufthansa Group: dynamische Preise
Seit Juni 2025 berechnet Miles & More die Meilenpreise für Flüge mit Lufthansa, SWISS, Austrian, Lufthansa City Airlines und Discover Airlines dynamisch – ähnlich wie bei normalen Ticketpreisen. Das bedeutet: Es gibt keinen festen Meilenpreis mehr für diese Airlines.
Stattdessen hängt der Preis von Strecke, Reiseklasse, Tarif, Buchungszeitpunkt und Nachfrage ab. Das heißt, man kann richtig niedrige Meilenpreise ergattern, oder muss auch sehr hohe Meilenpreise in Kauf nehmen – manchmal ist die Meilenzahl überraschend niedrig, dafür die Zuzahlung (Steuern, Gebühren, Treibstoffzuschläge) umso höher. Rechne deshalb immer beides zusammen.
Wie du bei der Einlösung wirklich sparst – mit konkreten Beispielen und Tipps zu Abflughäfen, Reisedatum und Partnerairlines – zeigen wir dir im nächsten Kapitel.
Partnerairlines: feste Award Charts
Bei den Partnerairlines – also den Airlines außerhalb des dynamisch bepreisten Lufthansa Group-Kerns – gelten aktuell weiterhin feste Meilenpreise nach Award Chart.
Das gilt auch für einige Airlines, die zur Lufthansa Group gehören oder ihr nahestehen: Eurowings, Brussels Airlines, LOT, Croatia Airlines und Luxair sind von der dynamischen Umstellung explizit ausgenommen und bieten sogar weiterhin klassische Meilenschnäppchen an. Das macht die Planung deutlich einfacher: Du weißt im Voraus, wie viele Meilen du brauchst, und kannst kalkulieren, ob sich die Einlösung lohnt. Genau hier stecken oft die attraktivsten Prämienflüge . Zudem haben Airlines wie Singapore Airlines, LOT oder Ethiopian teils sehr niedrige Zuzahlungen und keine Treibstoffzuschläge, was den effektiven Gegenwert pro Meile deutlich steigert.
Ein konkretes Beispiel, das den Unterschied sehr deutlich macht: Ein Hin- und Rückflug Frankfurt–New York in der Business Class mit Lufthansa kann Zuzahlungen von rund 1.600 Euro oder mehr pro Person bedeuten.
Dieselbe Strecke mit Singapore Airlines – ebenfalls Business Class, eingelöst mit Miles & More Meilen – lag zuletzt bei rund 150 Euro Zuzahlung für Hin- und Rückflug. Das ist kein Druckfehler. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch die fehlenden Treibstoffzuschläge bei Singapore Airlines. Diese Werte sind Momentaufnahmen und können sich ändern – aber sie zeigen, warum die Wahl der Airline bei der Einlösung so entscheidend ist wie die Meilenanzahl selbst.
Die Verfügbarkeitssuche: die größte Hürde
Das ist der Punkt, an dem viele Sammler frustriert aufgeben – und das wäre schade. Die Miles & More-eigene Suche zeigt vor allem Lufthansa Group-Flüge an, oft mit hohen Zuzahlungen. Für Partnerairlines ist die Verfügbarkeit dort nicht immer vollständig abgebildet.
Einen guten Überblick über die grundsätzliche Verfügbarkeit bei Partnerairlines bekommst du oft über Aeroplan – das Vielfliegerprogramm von Air Canada. Dort siehst du in der Regel, welche Flüge prinzipiell verfügbar wären.
Zwei Dinge dabei im Hinterkopf behalten: Erstens zeigt Aeroplan die Meilenpreise und Zuzahlungen aus Sicht von Air Canada – bei Miles & More können diese Werte komplett anders ausfallen, also höher oder niedriger. Zweitens hat Air Canada selbst Partner wie Emirates, die nicht zu Miles & More gehören – also nur die Verfügbarkeiten für Airlines prüfen, die auch wirklich Miles & More Partner sind. Buchen musst du dann trotzdem direkt über Miles & More.
Wenn du einen Flug gefunden hast, der in der normalen Miles & More-Suche nicht auftaucht: Ruf einfach bei der Miles & More-Hotline an, nenn Flugnummer und Datum – und frag nach, ob die Verfügbarkeit vorhanden ist, eventuell auch ein paar Tage früher oder später.
Und ein realistischer Hinweis zum Schluss: Zur Hauptsaison und für mehrere Personen gleichzeitig wird es bei beliebten Zielen mit Business-Class-Plätzen grundsätzlich eng. Wer flexibel ist, hat die besten Chancen.
So löst du Meilen clever ein – und so nicht
Neben Flügen und Upgrades kannst du Meilen zum Beispiel für Mietwagen, Hotels, Sachprämien im World Shop, Zeitschriften, WLAN an Bord, Einkaufsgutscheine, Duty-Free-Produkte oder sogar für die Jahresgebühr deiner Miles & More Kreditkarte einsetzen. Die Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen – an Auswahlmöglichkeiten mangelt es wirklich nicht.
Aber: Nicht jede Einlösung ist gleich viel wert. Und genau da lohnt sich ein genauerer Blick. Denn Meilen sind keine Währung mit festem Kurs – ihr Wert hängt komplett davon ab, wofür du sie einsetzt. Hier kommt eine ehrliche Einordnung.
Prämienflüge: die erste Wahl
Prämienflüge – vor allem in der Business oder First Class bei Partnerairlines mit niedrigen Zuzahlungen – liefern in der Regel den besten Gegenwert. Das haben wir in den Beispielen oben gesehen:
150 Euro Zuzahlung für einen Business-Class-Hin- und Rückflug nach New York – dafür bekommst du mit Bargeld nicht einmal annähernd ein Economy-Ticket auf derselben Strecke, selbst bei den günstigsten Transatlantik-Airlines. Klar, die niedrige Zuzahlung ist erst mal der große Wow-Moment. Aber natürlich solltest du auch schauen, wie viele Meilen dafür aufgerufen werden – als grobe Faustregel gilt: 1.000 Meilen entsprechen ungefähr einem Euro an Mindestwert, auch wenn du für diese nichts bezahlt hast. So siehst du schnell, was der Deal unterm Strich wirklich kostet.
So sparst du bei der Einlösung wirklich
Für die Einlösung gilt heute mehr denn je: Flexibilität zahlt sich aus. Durch das dynamische Preissystem kann ein anderer Abflughafen im europäischen Ausland teils enorme Unterschiede machen – oft mehrere zehntausend Meilen weniger, manchmal sogar bis zu 50 %. Als gute Anlaufpunkte gelten je nach Ziel Oslo, Stockholm, Kopenhagen, Amsterdam, Brüssel, Luxemburg, Madrid, Lissabon, Dublin, Paris, Warschau, Prag, Budapest, Sofia oder das Baltikum. Das ist keine Garantie – aber es lohnt sich, diese Optionen vor jeder größeren Langstrecken-Einlösung zu prüfen.
Genauso wichtig: Wer beim Reisedatum etwas flexibel ist, findet oft deutlich bessere Meilenpreise. Schon ein oder zwei Tage früher oder später können im dynamischen System einen erheblichen Unterschied machen.
Wichtig dabei: Den Zubringerflug und eine mögliche Übernachtung immer in die Gesamtrechnung einbeziehen – erst dann ergibt der Vergleich ein ehrliches Bild. Aber mal ehrlich: Wenn du dadurch zehntausende Meilen sparst und vielleicht sogar niedrigere Steuern und Gebühren zahlst, hast du gleichzeitig einen wunderbaren Grund, eine Nacht in Oslo, Amsterdam oder Lissabon vor deine eigentliche Reise zu hängen. Der Urlaub fängt dann eben schon ein bisschen früher an.
Und noch ein Beispiel, das zeigt, was mit den richtigen Airlines möglich ist: Brussels Airlines bietet zum Beispiel im Rahmen ihrer Meilenschnäppchen Hin- und Rückflüge von Belgien nach Nordamerika in der Business Class für 61.000 Meilen und rund 700 Euro Zuzahlung an. Ein reguläres Business-Class-Ticket auf dieser Strecke kostet oft 3.000 Euro oder weitaus mehr – selbst wenn man einen günstigeren Angebotstarif ansetzt, ist der Unterschied enorm. Konkrete Angebote und Verfügbarkeiten ändern sich regelmäßig – aber das Prinzip bleibt.
Übrigens: Meilen lohnen sich nicht nur für Business oder First Class-Flüge. Auch Economy-Tickets können eine gute Einlösung sein – dann nämlich, wenn die Cashpreise hoch sind: in den Schulferien, bei kurzfristiger Buchung oder wenn du mit einer ganzen Familie fliegen möchtest. Vergleiche einfach: Cashpreis minus Zuzahlung, geteilt durch die Meilenanzahl – so siehst du sofort, wie viel eine Meile in diesem Fall wirklich wert ist. Und dann entscheidest du selbst, ob sich das für dich lohnt.
Wo du deine Meilen lieber nicht einlösen solltest
Gutscheine, Sachprämien und World-Shop-Artikel liefern in der Regel nur etwa 0,3 bis 0,4 Cent pro Meile – also deutlich weniger als ein gut gewählter Prämienflug. Das klingt abstrakt, wird aber schnell sehr konkret.
Ein Beispiel aus dem Miles & More World Shop: Ein Samsonite-Koffer (2Wander Spinner Trolley L) kostet dort 80.000 Meilen – das entspricht einem Gegenwert von gerade mal 0,37 Cent pro Meile. Kaufst du denselben Koffer direkt, zahlst du 299 Euro.
Mit 80.000 Meilen könntest du stattdessen einen Business-Class-Prämienflug anpeilen – und hättest einen Gegenwert, der je nach Airline und Strecke um ein Vielfaches höher liegt.
Bei Hotels sieht es ähnlich aus. Das Radisson Collection Grand Place Brussels – ein 5-Sterne-Hotel im Stadtzentrum – kostet über Miles & More 84.700 Meilen plus 5 Euro. Dieselbe Nacht ist direkt über Booking.com, Expedia oder auch Radisson für 257 Euro buchbar. Das entspricht ebenfalls nur etwa 0,30 Cent pro Meile. Und noch dazu verlierst du dabei möglicherweise deine Punkte im Radisson Rewards-Programm, die du bei einer Direktbuchung bekommen hättest.
Unsere klare Empfehlung: Meilen lieber aufsparen und für Flüge einsetzen – dort holst du das Maximum heraus.
Meilenverfall: das unterschätzte Risiko
Meilen verfallen 36 Monate nach dem Zeitpunkt, an dem sie gesammelt wurden – und zwar jede Meile individuell nach ihrem eigenen Gutschriftsdatum. Ein neuer Einkauf bei einem Miles & More Partner verlängert nicht die Laufzeit älterer Meilen, die bereits kurz vor dem Verfall stehen.
Das klingt zunächst entspannt – aber wer ein größeres Ziel anpeilt, merkt schnell, wie knapp 36 Monate werden können. Stell dir vor, du möchtest zu zweit in der Business Class auf die Langstrecke fliegen, hin und zurück. Je nach Airline und Strecke brauchst du dafür schnell 200.000 Meilen oder mehr.
Wer strategisch sammelt, hat oft schneller eine einlösbare Menge zusammen, als er denkt – gerade wenn Willkommensboni und Transferaktionen clever genutzt werden. Die Idee dahinter ist ja, dass man sich einen Großteil davon im Laufe der Zeit auf kostenlosem Weg zusammensammelt – mit alltäglichen Einkäufen, Payback-Transfers, Kreditkartenumsätzen und gelegentlichen Aktionen.
Wer das Schritt für Schritt aufbaut, läuft aber Gefahr, dass die ersten Meilen bereits verfallen, bevor genug zusammen sind. Natürlich kann man Meilen auch gezielt hinzukaufen – zum Beispiel über Zeitungsabos, Bundle&Go ode A Small World Mitgliedschaft – aber das kostet entsprechend, und der eigentliche Charme des Programms liegt ja gerade darin, Meilen möglichst nebenbei und kostenlos aufzubauen.
Genau in diesem Moment macht eine Kreditkarte mit Meilenschutz doppelt Sinn: Sie lässt dich mit jedem Alltagseinkauf weiter Meilen sammeln – und schützt gleichzeitig deinen aufgebauten Bestand unbegrenzt vor dem Verfall. Die Miles & More Blue und Gold schützen deine Meilen solange du Karteninhaber bist– mehr zu beiden Karten findest du weiter oben im Kreditkarten-Abschnitt.
Upgrade statt Prämienflug? Wann Miles-&-More-Upgrades Sinn machen
Upgrades mit Miles & More können heute punktuell interessant sein – vor allem wegen der hohen Lufthansa-Group-Zuzahlungen bei klassischen Prämienflügen. Ein Selbstläufer sind sie aber nicht, denn die nötigen Meilen hängen stark von der ursprünglichen Buchungsklasse ab.
Wichtig: Ein Upgrade Award ist nur für gekaufte Tickets möglich, nicht für Prämienflüge. Außerdem sammelst du Meilen und Points weiterhin auf Basis des ursprünglich gebuchten Tickets – nicht auf Basis der neuen Reiseklasse. Auch die Verfügbarkeit ist nicht garantiert und hängt von Strecke, Datum, Saison und Auslastung ab. Bei Lufthansa-Group-Flügen kann man sich teils auf eine Warteliste setzen lassen.
Vor der Buchung solltest du deshalb immer die konkrete Buchungsklasse prüfen. Entscheidend ist nicht nur der Marketingname wie „Economy Light“, „Classic“ oder „Flex“, sondern die tatsächliche Buchungsklasse – zum Beispiel B, Y, K, L, T, G, E oder N. Genau davon hängt ab, wie viele Meilen für das Upgrade nötig sind.
Bei einem bestätigten Upgrade in die Business Class bekommst du in der Regel den besseren Sitz, den Business-Class-Service an Bord sowie Vorteile wie Loungezugang und Priority Boarding. Vorsicht ist aber beim Gepäck und bei den Tarifbedingungen geboten: Ein Upgrade macht aus einem günstigen Economy-Light- oder Basic-Ticket nicht automatisch ein vollwertiges Business-Class-Ticket mit allen Tarifleistungen. Gerade beim Aufgabegepäck solltest du vorab in der Buchung oder direkt bei der Airline prüfen, welche Freigepäckmenge nach dem Upgrade tatsächlich hinterlegt ist.
Status bei Miles & More: kurz erklärt
Neben Prämienmeilen gibt es bei Miles & More noch eine zweite Währung: Statuspunkte. Sie entscheiden darüber, welchen Vielfliegerstatus du erreichst – und damit, welche Vorteile du nicht nur bei der Lufthansa Group, sondern bei allen Fluggesellschaften der Star Alliance genießt.
Miles & More kennt drei Statusstufen: Frequent Traveller, Senator und HON Circle Member. Je höher der Status, desto mehr Komfort – von bevorzugtem Boarding und mehr Freigepäck bis hin zu exklusivem Lounge-Zugang, Limousinen-Transfer und garantierten Prämienplätzen beim HON Circle.
Für den Status werden pro Flugsegment Punkte vergeben – je nach Reiseklasse und ob der Flug kontinental oder interkontinental ist. Den HON Circle, die höchste Stufe, erreicht man nur über HON Circle Points, die ausschließlich für Business- und First-Class-Flüge bei der Lufthansa Group vergeben werden. 6.000 davon in einem Kalenderjahr – das schafft man nur mit extrem vielen Langstreckenflügen in der oberen Klasse.
Für Urlaubsreisende ist das alles eher Nebensache. Wer zwei- bis dreimal im Jahr fliegt, wird keinen nennenswerten Status aufbauen. Für Prämienflüge zählen am Ende die Meilen – und die sammelt man heute als normales Mitglied oft effizienter am Boden als in der Luft.
Fazit: Miles & More lohnt sich – wenn du es clever angehst
Miles & More ist kein Programm nur für Vielflieger. Wer die richtigen Sammelquellen kennt und konsequent nutzt, kann auch als Gelegenheitsreisender über die Jahre eine beachtliche Meilenmenge aufbauen – und sich damit Flüge ermöglichen, die sonst vielleicht schlicht nicht im Budget wären.
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick: Meilen sammelt man heute vor allem am Boden – mit der richtigen Kreditkarte, Payback-Transfers und gezielten Aktionen. Bei der Einlösung lohnen sich Prämienflüge, vor allem in der Business Class bei Partnerairlines mit niedrigen Zuzahlungen. Sachprämien und Hotels dagegen bringen kaum Gegenwert. Und wer langfristig sammelt, sollte den Meilenverfall im Blick behalten.
Was sich bei Miles & More 2025 grundlegend geändert hat: Für Flüge mit Lufthansa, SWISS und Austrian gibt es keine festen Meilenpreise mehr – wer die besten Einlösungen sucht, findet sie heute oft bei den Partnerairlines. Flexibilität beim Abflughafen und Reisedatum kann dabei den entscheidenden Unterschied machen.
Und das Beste daran: Wenn du erst mal weißt, wofür du sammelst, macht es sogar richtig Spaß. Wir wünschen dir viel Freude beim Sammeln – und natürlich die besten Meilenschnäppchen. Den nächsten Schritt findest du in unserem großen Überblick: Business Class fliegen zum Economy-Preis
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